Im Gegensatz zu einer Karies, die den Zahnschmelz und das Dentin im Kronenbereich betrifft, greift die Wurzelkaries vor allem die tieferen Bereiche des Zahnes an und entsteht apikal an der Schmelz-Dentin-Grenze und am Wurzelzement. Die Wurzelkaries ist auch als Alterskaries oder Zahnhalskaries bekannt. Eine Wurzelkaries breitet sich eher oberflächlich und nicht so tief in Richtung Pulpa aus (Zahnmark) als die koronale Karies, was durch die Pufferwirkung des Sulcusfluids erklärt werden kann. Sie ist häufiger an vestibulären als an lingualen Wurzeloberfläche lokalisiert und insbesondere bei älteren Patienten an Approximalflächen zu finden.
Wie entsteht Wurzelkaries?
Wurzelkaries kann entstehen durch Attachmentverlust, zum Beispiel nach einer Parodontitis-Behandlung, Trauma, KFO-Behandlung oder altersbedingt. Die freiliegenden Wurzeloberflächen sind für den Biofilm und somit für Bakterien leicht zugänglich. Gerade diese Areale sind für die Patienten oft schwer zu pflegen. Die Oberfläche der Wurzel ist mit eine Schicht Wurzelzement bedeckt, die durch verschiedene Verfahren wie das Putzen, Entfernen von Zahnstein, Polieren oder Kürettieren entfernt worden sein. Aber auch wenn das Wurzelzement noch intakt ist, ist es leicht angreifbar für Bakterien, da das darunter liegende Wurzeldentin aus 30% organischen Materialien, hauptsächlich Kollagen, bestehen. Das leicht anzugreifenden freiliegende Kollagen ist ein einfacher Anhaftungspunkt für Bakterien. Oft werden bei früheren Läsionen Laktobazillen oder Bifidobakterien angetroffen, die im koronalen Bereich erst bei fortgeschrittenen Dentinkavitäten häufig sind. Es ist außerdem bekannt, dass Dentin gegenüber einer Demineralisation empfindlicher ist als Zahnschmelz. Das gilt auch für die Zementschicht.
Gefährdete Patientengruppen
Die Wurzelkaries befällt vorwiegend Menschen im höheren Lebensalter und Pflegebedürftige und davon gibt es immer mehr. Früher war es so, wenn Zähne bis ins hohe Alter erhalten wurden, schlug spätestens die Parodontitis zu, mit dem Ergebnis des Zahnverlustes. Wurzelkaries hatte bei den wenigsten Menschen bislang Gelegenheit sich zu der zweiten Form der Karies zu entwickeln. Da die Prävention immer wichtiger geworden ist, und damit auch bis ins höhere Alter die eigenen Zähne behalten werden können, hat Wurzelkaries mehr Gelegenheit sich zu entwickeln. Wir sehen vor allen bei den älteren Patienten die Änderung der motorischen Fähigkeiten, aber auch das Ernährungsverhalten und die Mundpflege kann sich im Laufe der Jahre verändern und dadurch das Kariesrisiko modifizieren. Bei der Nahrung kann die Kaufunktion eingeschränkt sein, wodurch immer mehr zu kariogenen statt frischen Lebensmitteln, wie Gemüse und Obst, gegriffen wird. Zudem hat das Pflegepersonal oft zu wenig Zeit bei deren Patienten die Mundpflege adäquat durchzuführen oder zu wenig Kenntnis wie eine optimale Mundhygiene aussieht in verschiedene Situationen, wie Implantate und ZE. Durch Erkrankungen und Medikamente (Polypharmazie) kann auch eine Reduktion der Speichelbildung entstehen, wodurch die Oral Clearance weniger wird. Der Speichel unterstützt die Oral Clearance von Nahrungsbestandteile aus der Mundhöhle, hat Pufferfunktion und ist durch die Übersättigung mit Kalzium und Phosphat kariesprotektiv. Bei Xerostomie fehlt diese Funktion.
Diagnose der Wurzelkaries
Die Diagnose von aktiver Wurzelkaries ist abhängig von der Beurteilung von Farbe, Struktur, Aussehen, Kavitation und der Nähe zur Gingiva. Klinischen Inspektion und taktilen Untersuchung reichen in den meisten Fälle aus. Röntgenologie kann vor allem im approximalen Bereich ein zusätzliches Tool sein. Aktive, voranschreitende Läsionen weisen eine bei Sondierung erweichte, lederartige Oberfläche auf. Inaktive Läsionen haben eine harte, oft sehr dunkel verfärbte Oberfläche. Eine in vivo durchgeführte Studie zeigt vielversprechende Resultate im Hinblick auf korrekte Messungen von Effekten von Remineralisationsinterventionen auf individuelle Läsionen. In-vitro-Studien haben gezeigt, dass eine mineralisierte Oberflächenzone die Kinetik der Wasserverdunstung und die Oberflächentemperatur beim Trocknen beeinflusst. Temperaturveränderungen können durch Messung der Wärmeabstrahlung mit Hilfe der Wärmebildtechnik überwacht werden. Allerdings gibt es dieses Verfahren noch nicht auf dem Markt (Yang V, Zhu Y, Curtis D et al. 2020).
Wurzelkaries behandeln
Die Behandlung von Wurzelkaries erfordert das Überwinden vieler Herausforderungen. Die Trockenlegung ist erschwert, weil die Wurzelkaries oft in der Nähe der Gingiva auftritt, damit können feuchtigkeitsempfindliche Materialien wie Komposite nur bedingt eingesetzt werden. Außerdem können älteren, pflegebedürftigen Patienten eventuell nicht auf dem Zahnarztstuhl in der Praxis, sondern müssen im Pflegeheim behandelt werden, wodurch es erschwert wird, die Umstände zu kreieren, die für eine adäquate Füllungstherapie notwendig sind. Bei nicht kavitierten Wurzelkariesläsionen sollte eine Arretierung mit zum Beispiel einer Zahnpasta mit 5.000 ppm eingesetzt werden. Bei der Präparation sollten die überhängenden Schmelzränder entfernt werden, um die Zugänglichkeit für die häusliche Mundhygiene zu verbessern. Ob eine Füllungstherapie sinnvoll ist oder nicht, hängt unter anderem von der Möglichkeit der häuslichen Plaqueentfernung und Fluoridzufuhr ab. Bei viele Hochrisikopatienten werden diese allerdings nicht verlässlich gewährleistet sein. Wenn die Kavität approximal (also schwer zugänglich) auftritt oder ein erhöhtes Kariesrisiko durch eingeschränkte häusliche Mundhygiene vorliegt, kann für die Füllungstherapie entschieden werden, Restaurationsmaterialien wie Komposite oder Glasionomerzemente zu verwenden.
Gefahren bei nicht rechtzeitiger Behandlung
Bei nicht rechtzeitiger Behandlung kann es zu einer Pulpitis kommen, welche von Schmerzen begleitet werden kann. Studien zeigen, dass sich im Dentin der Wurzel weniger Dentinkanälchen befinden als im Dentin der Krone. Es befindet sich bereits in einem reiferen Stadium, wodurch die Pulpa sich im Laufe des Alters zurückzieht und dementsprechend die gleichen Defekte im jüngeren Alter und im Dentin der Krone schmerzhafter wären. Der Wurzelkaries kann außerdem zum Zahnbruch führen, da der Wurzelkaries sich nicht nur nach apikal ausbreitet, sondern auch perikoronal. Es könnte in den schlimmsten Fällen zu Zahnverlust führen.
Präventionsmöglichkeiten
Eine Reihe von Maßnahmen können dazu beitragen, die Bildung von Wurzelkariesläsionen zu reduzieren oder ganz zu verhindern. Als Erstes gilt es, die Risikofaktoren individuell zu identifizieren und entsprechend zu beeinflussen. Defizite der Mundhygiene können in der Prophylaxe einfach festgestellt werden durch die Aufnahme eines Plaque- und Blutungs-Indexes. Anhand dieser Ergebnisse können gezielte individuelle Mundhygiene-Instruktionen gegeben werden mit gegebenenfalls angepassten Hilfsmitteln, wie zum Beispiel einem Tennisball um den Griff der Zahnbürste. Zudem kann zusätzliche Fluoridierung mit zum Beispiel Lacken oder das tägliche Putzen mit einer 5000 ppm Zahnpasta als Kur auch eine Maßnahme sein, von der diese Patientengruppe profitieren kann. Mit einer Ernährungsanamnese kann evaluiert werden, ob regelmäßig Nahrung aufgenommen wird, die zur Kariesentstehung beiträgt. Menge und Frequenz der Zufuhr von niedermolekularen Kohlenhydraten sind mitunter auch verantwortlich für die Wurzelkaries. Bei der Inspektion sollten Patienten auch auf verminderten Speichelfluss gescreent werden. Eventuelle Abklärung einer noch nicht diagnostizierten Allgemeinerkrankung oder eventuelle Anpassung der Medikamente können diese Patienten ebenfalls helfen. Auch zwischendurch zuckerfreie, Kaugummis oder Lutschbonbons zu kauen beziehungsweise zu lutschen kann Abhilfe schaffen.
Bezvershenko Quellen: Schwendicke F, Göstemeyer G, Die zweite Form der Karies: Wurzelkaries, https://www.pnc-aktuell.de/prophylaxe/story/die-zweite-form-der-karies-wurzelkaries__8317 Mantourani M, Fenlon M, Beighton D, Association between Bifisobacteriacease and the clinical severitiy of root caries lesions. Oral Microbiol Immunol, 2009;24(1):32-7 Baginska J, Stokowska W. Pulpal involvement-roots-sepsis index: a new method for describing the clinical consequences of untreated dental caries. Med Princ Pract. 2013;22(6):555-60. doi: 10.1159/000354193. Epub 2013 Aug 13. PMID: 23949116; PMCID: PMC5586805 Yang V, Zhu Y, Curtis D et al., Thermal Imaging of Root Caries in Vivo, J Dent Resn2020; DOI:10.1177/0022034520951157 Scholz J, Buchalla W. Wurzelkaries kennen, erkennen, erfolgreich therapieren, ZWR Das Deutsche Zahnärzteblatt 2019; 128:502-509 Georg Thieme Verlag KG Stuttgart. doi:10.1055/a-1011-7974
Der folgende Beitrag führt durch die komplexen Wege der Ausbildung zur Dentalhygieniker/-in. Er beleuchtet die verschiedenen Ausbildungspfade von traditionellen Fortbildungen bis hin zu Bachelorstudiengängen und bietet einen detaillierten Einblick in die Möglichkeiten, diesen Beruf zu ergreifen und weiterzuentwickeln.
Laut der Broschüre der Bundeszahnärztekammer und der kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung 2024 leiden unter den jüngeren Senioren (65- bis 74-jährigen) 19,8 Prozent an einer schweren Parodontitis. Im Jahr 2005 waren das noch 44,1 Prozent. In der gleichen Altersgruppe haben 44,8 Prozent der Personen an einer moderaten Parodontitis gelitten, wobei das 2005 noch 47,9 Prozent waren. Unter den jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-jährige) sind die Zahlen wie folgt: schwere Parodontitis 8,2 Prozent (in 2005 17,4 Prozent) und moderate Parodontitis 43,4 Prozent (in 2005 53,6 Prozent). Wie an den Zahlen zu erkennen ist, sind die Fälle rückläufig. Unserer Meinung nach, und da sind wir nicht allein, liegt das an den vielen weitergebildeten Zahnmedizinischen Fachangestellten, auch bekannt unter den Bezeichnungen Zahnmedizinische/-r Prophylaxeassistent/-in (ZMP) und Dentalhygieniker/-in (DH). Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Berufsbezeichnung DH zu erwerben. Die Frage, welche Art von Aus- und Weiterbildung zur DH sinnvoll ist, lässt sich nicht so einfach beantworten. Definieren wir allerdings erst mal, was eine DH ist. Laut Wikipedia, wo viele gerne ihre Information einholen, ist eine DH: „Ein Zahnmedizinischer Fachangestellter, der eine Aufstiegsfortbildung im Fachbereich Prophylaxe absolviert hat. Schwerpunkt ist der Bereich der Parodontologie. Das Aufgabengebiet ist die begleitende Therapie von Zahnbett- und Zahnfleischerkrankungen. Dabei informiert der Dentalhygieniker über Zahn- und Mundgesundheit. Des Weiteren liegt ein Aufgabenbereich eines Dentalhygienikers in der Erhaltungstherapie und Nachsorge parodontaler und periimplantärer Erkrankungen.“ Die Bundeszahnärztekammer sieht das genauso. Es ist also keine reine Ausbildung, sondern eine Weiterbildung oder Aufstiegsfortbildung, nachdem die Ausbildung zur ZFA erfolgreich absolviert ist. Also erst drei Jahre Ausbildung zur ZFA, danach noch weiterlernen. Nach der Ausbildung zur ZFA gibt es verschiedene Mögichkeiten zum Ziel DH.
Geburt der DH
In das Jahr 1906 hat der Zahnarzt Alfred Fones sein Stuhlassistentin und Nichte Irene M. Newman trainiert, Zähne zu reinigen und andere präventive Maßnahmen bei Kindern durchzuführen. So wurde sie die weltweit erste Dentalhygienikerin. Im Jahr 2013 begründete Alfred Fones eine eigene Dentalhygieneschule in Conneticut. Die erste amerikanische Dental Hygienists Association wurde 1923 gegründet. Seitdem ist aus dem Dental Hygienist ein stetig wachsender Beruf geworden mit der Möglichkeit des Bachelorstudiums und anschließendem Masterstudium in Dentalhygiene. In manchen Staaten darf der DH Anästhesie geben, in anderen wiederum nicht. In Kanada ist seit 1950 der Beruf der DH ein Begriff, seit 1974 in Neuseeland, seit 1975 in Australien. In unserem Nachbarland Niederlande gibt es die DH seit 1967, zunächst als Weiterbildung wie in Deutschland und seit 1997 als dreijähriges Bachelorstudium. Damit ist die DH ein eigenständiger Beruf, also ohne die Ausbildung zur ZFA. Seit 2004 ist es ein vierjähriges Bachelorstudium (210 ECTS = ca. 7.350 Stunden), damit es den internationalen Anforderungen besser entspricht. Die DHs der Niederlande dürfen seit 1997 auch sogenannt funktionell selbstständig Anästhesie mittels Injektion geben. Es muss im Auftrag vom Zahnarzt sein, aber nicht unter Aufsicht. Was bedeutet, dass der Zahnarzt auch am anderen Ende der Welt sein darf, aber vorher (schriftlich) den Auftrag gegeben haben muss. Die gleichen Aufgaben, die eine Deutsche DH hat (Prävention und Behandlung von Parodontopathien), darf eine niederländische DH selbstständig durchführen, also ohne Aufsicht eines Zahnarztes, sogar in einer eigenen Praxis ohne Überweisung von einem Zahnarzt. Im Jahr 1973 eröffnete in Zürich die erste Dentalhygieneschule, wobei 20 Schülerinnen nach zwei Jahren 1975 ihren Abschluss erhielten. Eine Basis für die Entwicklung eines Tätigkeitsfeldes oder einer Definition von Ausbildungscurricula für DHs als eine Berufsgruppe wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1993 im Gesundheitsstrukturgesetz erwähnt. Im Jahr 1994 richtete die Bundeszahnärztekammer einen ersten Pilotfortbildungsgang für DHs ein, wobei die Zahnärztekammern in Hamburg und Westfalen-Lippe in Münster schnell folgten. Erst im Jahr 1999 ist durch die Bundeszahnärztekammer eine Musterfortbildungsordnung verabschiedet worden. Die DH ist international schon viellänger ein Begriff, wie oben schon beschrieben. In Deutschland müssen zunächst die Ausbildung zur ZFA und je nachdem, anschließend die Weiterbildung zur ZMP/ZMF sowie einige Jahre im Beruf absolviert werden, bevor die DH-Weiterbildung angefangen werden kann.

Kammer DH
Laut der Bundeszahnärztekammer bildet die höchste Ebene des stufenweisen, modularen Fortbildungssystems gegenwärtig das Berufsbild der Dentalhygienikerin. Nach internationalem Vorbild ist ihr Aufgabengebiet in der Praxis primär die umfassende orale Prophylaxe im Rahmen der Vor- und Nachbehandlung parodontaler Erkrankungen. Die intensive Beratung und Motivation der Patienten zur häuslichen Prophylaxe gehören ebenso zu ihrem Verantwortungsbereich wie die Assistenz bei allen komplizierten Behandlungen im Zahn-, Mund- und Kieferbereich (das Assistieren ist International nicht immer so). Die DH-Weiterbildung der Kammer beinhaltet ca. 800-950 Stunden und kann an verschiedenen Zahnärztekammern absolviert werden. Seit 2024 bieten die Zahnärztekammern in Hamburg, Bremen, Westfalen-Lippe, Niedersachsen, Stuttgart, Berlin und München die Aufstiegsfortbildung zur DH an. Auch einige private Anbieter bilden DHs aus, zum Beispiel in Leipzig und Witten, wobei viele Kammern die Aufstiegsfortbildungen der privaten Anbieter nicht anerkennen. Die Inhalte sind u. a. Naturwissenschaften, Präventivmedizin, Rechtsgrundlagen, Psychologie und Pädagogik, Anatomie, Physiologie, Pathologie, Untersuchung und Befund, Ätiologie und Pathogenese der Parodontopathien, Ergonomie, Dermatologie, Allgemeinmedizin, Pharmakologie, Orale Pathologie, Rhetorik, Administration und Dokumentation, Röntgenologie, praktische Durchführung präventiver parodontologischer Behandlungen und auch Kariologie. Die Dauer der Aufstiegsfortbildung ist unterschiedlich. Sie variiert zwischen sechs und zwölf Monaten. Voraussetzung für das Antreten zur Weiterqualifizierung sind die abgeschlossene ZMP-Qualifizierung und unter Umständen auch ein bis zwei Jahre Berufserfahrung als ZMP. Außerdem muss eine aktuelle Zertifizierung für einen Erste-Hilfe-Kurs vorliegen. Bei manchen Kammern wird die Weiterbildung modular angeboten, bei anderen wiederum nicht. Manchmal findet zunächst der theoretische Teil mit anschließender Prüfung statt und anschließend die praktischeAusbildung. Bei einzelnen Kammern wird sowohl theoretisch als auch praktisch gleichzeitig ausgebildet.
Bachelor of Science DH (B.Sc.)
Seit 2014 gibt es die Möglichkeit, das Bachelorstudium (B.Sc.) zu Dentalhygiene in Deutschland zu absolvieren, unter anderem an der SRH Hochschule für Gesundheit in Leverkusen, EUFH in Köln und Medical School 11 in Heidelberg. Das Studium sorgt für einen „Shortcut“, da es nicht notwendig ist, erst die ZMP (oder ZMF) abgeschlossen zu haben. Nach der Ausbildung zur ZFA und ca. ein bis drei Berufsjahren als ZFA kann mit dem Studium begonnen werden. Sowohl mit Abitur als auch mit Fachhochschulreife in Verbindung mit einer abgeschlossenen ZFA-Ausbildung. Leider ist es in Deutschland nicht möglich, das Studium ohne ZFA-Ausbildung anzutreten. Insgesamt sechs Semester (180 ECTS = ca. 5.400 Stunden) sind für den Abschluss Bachelor of Science notwendig, wobei die ersten zwei Semester die Ausbildung zur ZFA beinhalten. Bei einem bestehenden Abschluss der Ausbildung zur ZFA kann im dritten Semester eingestiegen werden und das Studium um zwei Semester eingekürzt werden. Die Wissenschaft hat bei den Studiengängen einen hohen Stellenwert und eine Bachelorarbeit bildet den Abschluss, genau wie eine Patientenfallvorstellung Pflicht ist. Oft besteht es aus drei Säulen; Säule eins ist die Präsenzphase am Campus/Online, die zweite Säule ist der Praxistransfer bei einem Arbeitgeber und die dritte Säule ist die Selbstlernphase. Mit dem Abschluss kann danach auch ein akademischer Master angestrebt werden, sogar eine Promotion ist eine Möglichkeit. Oft ist der Anteil an praktischer Ausbildung am Patienten geringer als bei der Weiterbildung der Kammer und dem Bachelor Professional DH. Die Inhalte sind u. a. wissenschaftliches Arbeiten, naturwissenschaftliche Grundlagen, Anatomie, Physiologie, Pathologie und Pathophysiologie, Mikrobiologie, Orale Erkrankungen, Medizintechnik, Medizinprodukte, Pharmakologie, Public Health, Rechtliche Aspekte, qualitative und quantitative Forschung, Informationstechnik, Qualitätsmanagement, Telemedizin, Vorklinik und Klinik. In den Semestern müssen Hausarbeiten geschrieben werden, manchmal auch Präsentationen gehalten werden, aber auch das praktische Arbeiten am Phantom und am Patienten steht im Fokus dieses Studiengangs. Die Präsenzphase an einer Hochschule ist oft geringer, dementsprechend halten es viele für eine gute Wahl, um neben Familie und Arbeit ihre Ziele zu ermöglichen.
Bachleor Professional DH (DH BA)
Ergänzend zur Aufstiegsfortbildung DH kann ein Berufsbachelor (Bachelor Professional) in Dentalhygiene nach dem Berufsbildungsgesetz erworben werden. Die Fortbildung entspricht inhaltlich in etwa den Fortbildungen zur Zahnmedizinischen Prophylaxeassistentin (ZMP) und zur Dentalhygienikerin (DH). Mit mindestens 1.200 Unterrichtsstunden ist sie der Niveaustufe 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) zugeordnet. Im Jahr 2023 ist eine Musterfortbildungsverordnung für die DH BA verabschiedet worden. Noch nicht viele Kammern oder private Anbieter bieten diese DH BA nach der Musterfortbildungsverordnung an. Die Zahnärztekammer Westfalen-Lippe ist eine davon. Die DH BA kann folgendermaßen aufgebaut sein: In Modul 1 wird Basiswissen zur Prävention von Karies, Gingivitis und Parodontitis vermittelt, mit dem Beginn der praktischen Behandlungen unter Begleitung von erfahrenen Dozent/-innen. Als Abschluss dieses Moduls wird eine Prüfung abgelegt. In Modul 2 wird das Wissen vertieft mit u. a. mehr praktischen Übungen und mehr theoretischem Wissen, wobei auch die Vorstellung eines Patientenfalls und das Führen eines Testatheftes Pflicht ist. Auch nach diesem Modul wird eine Prüfung abgelegt. Nach erfolgreich absolvierten Modulen 1 und 2 besteht die Möglichkeit, als ZMP zu arbeiten. Ab Modul 3 wird sich dann mehr der Parodontologie gewidmet, wobei zuerst die Theorie vermittelt wird, gefolgt von einer schriftlichen Prüfung. Im Abschlussmodul (Modul 4) findet hauptsächlich die praktische Ausbildung der zukünftigen DH BA statt. Neben der Arbeit am Patienten sind verschiedene Aufgaben zu erfüllen, wie z. B. ein Testatheft oder auch eine Fallvorstellung eines Parodontitispatienten. Nach dem Absolvieren aller vier Module ist es erlaubt, den beruflichen Titel Dentalhygieniker/-in Bachelor Professional zu benutzen. Insgesamt dauert die DH BA ca. 18 Monate. Bei manchem Anbieter wird es auch in drei Trimestern angeboten.
Kosten
Die Investition für diese verschiedenen Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten liegt, je nach Anbieter, im Bereich von insgesamt 10.000 bis 25.000 Euro. Je nachdem, was die Vorausbildungsvoraussetzungen sind und ob noch Material wie Instrumente oder Übungsköpfe angeschafft werden müssen. Bei den verschiedenen Anbietern können auch verschiedene Fördermöglichkeiten vorhanden sein. In Niedersachsen gibt es zum Beispiel die NBank, in ganz Deutschland sind Förderungen für Aufstiegsfortbildungen durch BAföG möglich. Welche Fördermöglichkeiten für die entsprechende Qualifizierung vorhanden sind, weiß meistens der Anbieter und kann Auskunft geben.
Welcher Weg am besten ist, ist nicht pauschal zu sagen. Es muss zu der Person (Lerntyp), der persönlichen Situation, dem Ziel (auch späteren Zielen) und der Praxis passen. Bei allen drei Formen ist auch eine Anstellung in einer Zahnarztpraxis unerlässlich, da praktisch geübt werden muss. Nach dem Erreichen des Ziels, DH, sind die Aufgaben und Arbeitsbereiche laut Zahnheilkundegesetz für alle DHs gleich, egal mit welchem Abschluss. Anders ausgedrückt: Egal welchen Weg man wählt, DH zu werden, nach dem Abschluss darf jeder die gleiche Arbeit machen. Auch gibt es keinen Unterschied im Gehalt nach Abschluss.
Aufgabenfelder einer DH
- Ernährungsprotokoll erheben und analysieren
- Individuelle Ernährungspläne für Patienten erstellen
- Über systemische und lokale Fluoridierungsmaßnahmen beraten
- Erstellen von individuellen Fluoridierungsprogrammen
- Anamnese erheben und behandlungsspezifisch interpretieren
- Erste Interpretation von Röntgenbildern
- PAR-Befunde aufnehmen (ST, CAL, REZ, Furkation, Beweglichkeit)
- Testverfahren zur Bestimmung des Karies- und Parodontitisrisikos
- Mundhygiene-Indizes (PI und BI) aufnehmen und interpretieren
- Patienteninformation über Mundkrankheiten und deren bestmögliche Behandlung
- Versiegelung, Anlegen von Kofferdam, Füllungen rekonturieren und polieren
- Entfernung von weichem und hartem sowie klinisch erreichbarem supra- und subgingivalen Biofilm und Konkrementen an Zähnen, Zahnwurzeln und Implantatoberflächen
- Entfernung überstehender Restaurationsränder
Quelle: Delegationsrahmen ZÄKWL
Interview Zahnarzt Lennard Bertram
Herr Bertram, Sie betreiben eine eigene Praxis in Leer (Ostfriesland) und hatten in April 2024 zehnjähriges Jubiläum. Herzlichen Glückwunsch! Sie haben eine Praxis mit drei Zahnärzten, drei ausgelernten Dentalhygienikerinnen, einer Assistentin, die zurzeit den Studiengang zu DH macht, einer, die mitten in der Ausbildung zur ZMP ist, und Sie beschäftigen noch viele andere gut qualifizierte Mitarbeiter. Die Frage, die sich vielleicht vielen stellt ist, warum brauchen Sie eigentlich eine DH in der Praxis?
Unsere Praxis ist ambitioniert, dem Patienten die längste und beste Mundgesundheit zum besten Preis-Leistungs-Verhältnis zu ermöglichen. Hier sind Dentalhygienikerinnen unerlässlich. Jede zahnärztliche oder kieferorthopädische Maßnahme bedarf der Unterstützung durch dentalhygienische Maßnahmen zum Erhalt der natürlichen Zahnhartsubstanz, Erhalt von Restaurationen und Füllungen, Erhalt von Zahnimplantaten und zur Vermeidung von neuen Hartsubstanzdefekten oder neu entstehenden Zahnfleischentzündungen.
Diese Leistungen sind vom Zahnarzt nicht erbringbar – und da wir fortschrittliche Zahnmedizin und Kieferorthopädie zum Wohle der Patienten anbieten wollen, sind Dentalhygienikerinnen unverzichtbar.
Dann kommt sofort die nächste Frage bei mir hoch. Warum haben Sie so viele DHs in der Praxis? Reicht eine DH nicht?
Pro Zahnarzt kann man circa zwei DHs an Arbeitsbedarf rechnen. Es ist mir wichtig, jedem Patienten zu ermöglichen, das Angebot der DH auch annehmen zu können. Meistens sind wir schon Wochen und Monate im Voraus ausgebucht – der Bedarf ist da.
Können Sie denn ohne DHs in der Praxis arbeiten?
Ich könnte ohne DH’s in der Praxis arbeiten, da ich selbst als Zahnarzt sämtliche Leistungen der DH auch durchführen darf. Der Tag hat aber nur 24 Stunden – soll heißen wer soll wann den Bedarf an Dentalhygiene auffangen?
Herr Bertram, was machen die DHs in der Praxis, wodurch sich Ihr Arbeitsalltag erleichtert? Nur die PAs oder auch noch andere Sachen wodurch es in der Praxis besser läuft?
Neben den oben erwähnten enger dentalhygienischen Maßnahmen können Dentalhygienikerinnen zum Beispiel auch Kariesinfiltrationen durchführen, Attachments für invisalign kleben oder andere Non-Prep-Füllungen durchführen. Auch organisatorisch sind DHs sehr gut in der Lage, mich zu unterstützen.
Sie haben seit Kurzem eine Kooperation mit TRIMED geschlossen, eine neue Akademie für zahnmedizinische und medizinische Berufe, die unter anderen eine Ihrer Mitarbeiterinnen gegründet hat. Warum ist Ihnen diese Kooperation wichtig?
Natürlich um meine Mitarbeiterin und Ihre Ko-Gründerinnen zu unterstützen. Die Weiterentwicklung von Fachpersonal ist mir wichtig, dadurch steigert sich die Qualität der Behandlung in der Praxis. Außerdem ist es für manche oft schwierig, die weiten Strecken zu einer Fortbildung zu fahren, da sie zum Beispiel noch kleine Kinder haben und nicht so flexibel sind. Wenn es in der Region eine Möglichkeit für Fort- und Weiterbildung gibt, können mehr lehrgierige ZFAs sich weiterentwickeln, was nur positiv ist für alle Patienten.
Eine letzte Frage noch für Sie Herr Bertram, die sich bestimmt viele Praxisinhaber stellen: Lohnt es sich finanziell, eine DH einzustellen, jetzt mit der ganzen Budgetierung?
Es lohnt sich derzeit absolut, eine DH zu beschäftigen. Der Honorarverteilungsmaßstab bezieht sich ja auf die Anzahl der Patienten. Jeder Patient, der nur für eine Prophylaxe und 01 erscheint, erhöht den absoluten Betrag des Budgets. Das Beschäftigen von DH MUSS sich auch absolut lohnen, unwirtschaftliche Unternehmen überleben nicht. Das Prinzip ist win-win-win für Praxisinhaber, DH und Patienten.
Wir bedanken uns herzlich für dieses Interview und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute.
Quellen:
Wikipedia: Dentalhygienikerin
TRI-MED www.TRI-MED.de
BZÄK www.BZAEK.de/praxisteam/zahnmedizinische-fachangestellte/aufstiegchancen
ZÄK Bremen www.zaek-hb.de/dentalhygienikerin
ZÄK Niedersachsen www.zkn.de/zahnaerzte-und-praxisteam/praxis-und-fachpersonal/dentalhygieniker-in-dh/
Westfalen-Lippe www.zahnaerzte-wl.de/pages/dentalhygiene
Stuttgart www.zfz-stuttgart.de/kurse/30-dentalhygieniker-in-professional/
München www.blzk.de/blzk/site.nsf/id/pa_dentalhygieniker
Berlin www.zaek-berlin.de/praxisteam/zfa-aufstiegsfortbildung
SRH Hochschule www.srh-gesundheitshochschule.de/bachelor/dental-hygienist
EUFH www.eufh.de/bachelor/dentalhygiene-praeventionsmanagement
Medical School11 www.medicalschool11.de/studium/dentalhygiene
Praxisdienste www.praxisdienste.de
https://pink15.de/stipendium
Autorinnen: Ester Hoekstra, M.Sc., M.Sc. und Sandra Wooßmann
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ZA0124_DH-Qualifikation
Artikel Teamwork mgo FachverlageDa ist noch Luft nach oben
WAS IST DIE ABNEHMSPRITZE?
Die sogenannte „Abnehmspritze“ hat sich in den letzten Jahren als viel diskutiertes Instrument zur Gewichtsreduktion etabliert. Wirkstoff GLP-1- Rezeptoragonisten, insbesondere Semaglutid, haben sich in der modernen Diabetologie und Adipositastherapie etabliert. Neben ihrer bekannten systemischen Wirkung auf Blutzuckerregulation und Gewichtsreduktion zeigen sich auch klinisch relevante orale Auswirkungen, die sowohl aus pharmazeutischer als auch zahnmedizinischer Perspektive Beachtung verdienen.
Was ist GLP-1 überhaupt?
GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1) ist ein körpereigenesHormon, das im Dünndarm nach Nahrungsaufnahmefreigesetzt wird. Es gehört zu den sogenanntenInkretinen, die eine zentrale Rolle bei der Regulation desBlutzuckerspiegels spielen und somit war es für die Typ-2Diabetologie als erstes eingesetzt. “Aus Versehen” ist esdann in der Adipositas-Therapie erfolgreich zurAnwendung eingesetzt worden. Die sogenannte „Abnehmspritze“ hat sich in den letzten Jahren als viel diskutiertes Instrument zur Gewichtsreduktion etabliert. Wirkstoff GLP-1- Rezeptoragonisten, insbesondere Semaglutid, haben sich in der modernen Diabetologie und Adipositastherapie etabliert. Neben ihrer bekannten systemischen Wirkung auf Blutzuckerregulation und Gewichtsreduktion zeigen sich auch klinisch relevante orale Auswirkungen, die sowohl aus pharmazeutischer als auch zahnmedizinischer Perspektive Beachtung verdienen.
Tiefergehende Wirkmechanismen Pankreas
GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA)wie Semaglutid imitieren die Wirkungvon natürlichem GLP-1 – aber mitlängerer Halbwertszeit undverstärkter Wirkung. Ihre Effekteentfalten sich auf mehreren Ebenen:
Pankreas:Glukoseabhängige Insulinfreisetzung
In der Pankreas werden die Beta-Zellen aktiviert, welches resultiertin → mehr Insulin bei hohemBlutzuckerAuch hemmt es der Alpha-Zellen →welches wiederum in wenigerGlukagon resultiert→ wenigerGlukosefreisetzung aus der Leber.
Zentrales Nervensystem: Appetitkontrolle
GLP-1-R ezeptoren beeinflussen imHypothalamus dasSättigungszentrum. Das Resultat:Patienten haben wenigerHunger,haben ein längeresSättigungsgefühl und nehmendadurch automatisch wenigerKalorien zu sich.
WOAUF HAT DIE ABNEHMSPRITZE NOCH MEHR EINFLUSS?
Das GLP-1-Agonist hat auf mehr Prozesse im Körper Einfluss und zwar auf den Magen-Darm-Trakt:, es hat positive Kardiovaskuläre Effekte und, was noch untersucht wird, es kann auch als Neuroprotektion arbeiten . Wir gehen auf jede einzelne ein.
Im Magen-Darm-Trakt haben wir eine verzögerte Passage der Nahrung, wodurch ein längeres Sättigungsgefühl entsteht. Außerdem entsteht ein geringerer postprandialer Blutzuckeranstieg. Studien zeigen: GLP-1-RA können durch ihre mögliche Entzündungshemmung und Blutdrucksenkung das kardiovaskuläre Risiko senken . Es gibt Anzeichen, dass GLP-1- Agonisten positive Effekte haben können bei Alzheimer und anderen neurodegenerativen Erkrankungen durch Reduktion von Entzündungsprozessen im Gehirn.
Fett schmelzen lassen
Wir wissen jetzt wie die Abnehmspritze funktioniert, aber welche Namen gibt es alles auf dem Markt? Die Abnehmspritze ist nämlich kein einzelnes Medikament, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene GLP-1-Rezeptor-Agonisten und verwandte Substanzen.
| Handelsname | Wirkstoff | Anwendungshäufigkeit | Ursprünglicher Einsatz |
| Ozempic | Semaglutid | 1x wochentlich | Typ-2 Diabetes |
| Wiegovy | Semaglutid | 1x wochentlich | Adipositas |
| Saxenda | Liraglutid | 1x täglich | Adipositas |
| Mounjaro | Tirzepatid | 1x wochentlich | Diabetes & Adipositas |
| Zepbound | Tirzepatid | 1x wochentlich | (USA) Adipositas |

WIE NIMMT MAN DIESES MEDIKAMENT ZU SICH?
Die Medikamente sind in zwei Hauptformen erhältlich: Subkutane Injektion (Spritze) und die orale Einnahme (Tablette).
Die Spritze wird meist einmal wöchentlich im Bauch, Oberschenkel oder Oberarm injiziert. Die Dosierung erfolgt schrittweise um Nebenwirkungen zu minimieren. Zum Beispiel erster Monat 0,25mg, zweiter Monat 0,50mg usw. Beispiele von Spritzmedikamente sind Ozempic ® , Wegovy ® , Saxenda ® , Mounjaro ® . Die Tabletten sind auch unter dem Namen Rybelsus ® verfügbar und die Einname erfolgt nüchtern, mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück mit Wasser. Die Wirkung von der Tablette ist vergleichbar mit der Spritze, jedoch kann die Bioverfügbarkeit variieren.Das Medikament ist nur mit einem ärztlichen Rezept verfügbar und nicht freiverkäuflich. Vorher soll eine ärztliche Anamnese, Beratung und eine enge Begleitung erfolgen.
Einfluss auf Mundraum und Schleimhaut
Die Benutzung von GLP-1_Agonisten kann auch eine negativen Einfluss auf die Mundhöhle haben. Nebenwirkungen die schon mal vorgekommen sind, sind u.a. Xerostomie (Mundtrockenheit), Dysgeusie (veränderter Geschmackssinn), Übelkeit und Hypersalivation, Gingivahyperplasie, Karies, Gingivitis bis hin zu Parodontitis
Xerostomie
Auch bekannt als Mundtrockenheit, kann ein Nebenwirkung von der Wirkstoff GLP-1-Agonisten sein. Es ist wichtig Patienten die dieses Medikament benutzen aufzuklären über Mundtrockenheit und was die Folgen von Mundtrockenheit sein können. Verminderte Speichelsekretion kann die orale Flora stören und die Kariesanfälligkeit erhöhen.
Dysgeusie
Dysgeusie ist auch bekannt als veränderter Geschmackssinn. Dies tritt vor allem während der Eindosierungsphase auf, da der Körper sich neu einstellen muss. In den meisten Fälle legt sich das auch wieder, Geduld ist da allerdings gefragt.
Übelkeit & Hypersalivation
Während die Dosierungsaufbau kann es zu Übelkeit und Hypersalivation führen. Wichtig ist es, diesen Symptomen mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Vielleicht kann eine langsamere Dosierungsaufbau helfen, um den Symptomen zu lindern.

Ab welchem BMI kann es benutzt werden?
Die Anwendung von Abnehmspritzen wie Semaglutid (Ozempic®, Wegovy®), Liraglutid (Saxenda®) oder Tirzepatid (Mounjaro®) ist an bestimmte medizinische Voraussetzungen geknüpft – insbesondere den Body-Mass-Index (BMI). Die wichtigsten Richtwerte sind ein BMI ab 30, was die Standardgrenze für die medizinische Indikation bei Adipositas Grad I ist. Bei ein BMI ab 27 ist es auch möglich, wenn Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Fettstoffwechsel-störungen vorliegen.
Äußere Veränderungen
Natürlich ändert sich das äußere Erscheinungsbild im Lauf der Behandlungszeit – das ist sicher eines der Ziele beim Abnehmen. Bei der Abnehmspritze sind sind u.a. eingefallene Wangen ein bekanntes Effekt.: Durch den raschen Fettverlust verliert das Gesicht Volumen. Auch kann schlaffe Haut vorkommen: Die Haut kann sich nicht schnell genug zurückbilden, was zu Faltenbildung führt. Auch ein gealtertes Erscheinungsbild kommt vor. Betroffene wirken optisch älter, da die Hautstruktur leidet. Das alles wird auch als “Ozempic Face” bezeichnet,
Auch “Ozempic Body” ist ein bekanntes Phänomen. Hautüberschuss: besonders an Bauch wird oft in der Literatur erwähnt, an Oberarmen und Oberschenkeln kann überschüssige Haut entstehen. Das Bindegewebe wird schwächer, was zu einem „hängenden“ Erscheinungsbild führen kann. Bei unzureichender Eiweißzufuhr und fehlendem Krafttraining kann Muskelmasse verloren gehen. Wichtig ist also sowohl vorher als auch während der Behandlung Krafttraining und eine ausgewogene Ernährung mit extra Eiweiß zu sich zu nehmen und eventuell mit Nahrungsergänzungsmittel zu supplementieren. Das kann auch in der Praxis erfolgen, wenn eine fundierte Ausbildung in diesem Bereich vorliegt.

Was ist jetzt das Fazit?
Die Abnehmspritze ist nicht für alle Menschen eine Option. Wichtig ist, bevor man zu eine Abnehmspritze entscheidet, sich beraten lassen von einem Arzt oder Ärztin. Für den Umgang mit Patienten die der Abnehmspritze nehmen, kann es zu orale Nebenwirkungen kommen. Sobald in der zahnärztliche Anamnese hochkommt, dass der Patient das Medikament einnimmt, sollen die zahnärtzlichen Professionals einen besonderen Blick auf die Nebenwirkungen wie u.a. Mundtrockenheit, Geschmacksveränderungen und gegebenenfalls Mundschleimhautveränderungen und Gingivitis. haben. Frag auch ruhig extra nach, ob Patienten dieses Medikament zu sich nehmen. Es kann schon genommen werden ab ein BMI von 27. Wichtig ist auch, sensibel nachzufragen, weil viele das nicht “verraten” und Geheim halten , weil es ein Tabuthema ist.
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Die Abnehmspritze, ist nur scheiße?
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