Wie ein Biomarker aus der Sulkusflüssigkeit die Parodontaldiagnostik konkreter macht
Warum klassische Parodontaldiagnostik an ihre Grenzen stößt
Sondierungstiefe, Bluten auf Sondierung (BOP) und röntgenologischer Knochenabbau gehören seit Jahrzehnten zum diagnostischen Standardrepertoire der Parodontologie. Sie sind bewährt, aber sie haben ein gemeinsames methodisches Problem: Sie erfassen überwiegend, was bereits passiert ist. Eine erhöhte Sondierungstiefe zeigt abgelaufenen Attachmentverlust, BOP zeigt eine bestehende Entzündung – doch keiner dieser Parameter beantwortet zuverlässig die für die Behandlungsplanung entscheidende Frage: Findet in diesem Moment aktiver, kollagenolytischer Gewebeabbau statt, oder handelt es sich um eine stabile, wenn auch vernarbte Situation? Genau an dieser Lücke setzt die Bestimmung der aktiven Matrix-Metalloproteinase-8 (aMMP-8) an, die in den letzten Jahren von einem Forschungsthema zu einem chairside verfügbaren Diagnostikum gereift ist.
Was ist aMMP-8 überhaupt?
Matrix-Metalloproteinasen (MMPs) sind eine Familie zinkabhängiger Enzyme, die physiologisch am Umbau der extrazellulären Matrix beteiligt sind – etwa bei Wundheilung, Gewebeumbau und Embryonalentwicklung. MMP-8, historisch auch als Kollagenase-2 oder „neutrophile Kollagenase“ bezeichnet, wird vor allem von neutrophilen Granulozyten produziert und gespeichert, in geringerem Umfang auch von Fibroblasten, Makrophagen, Plasmazellen und Epithelzellen des Parodonts.
Entscheidend für die Diagnostik ist die Unterscheidung zwischen latentem Pro-Enzym und der aktivierten Form. MMP-8 wird zunächst als inaktive Vorstufe (proMMP-8) freigesetzt und muss proteolytisch aktiviert werden, unter anderem durch andere Proteasen wie MMP-3 oder bakterielle Enzyme aus parodontopathogenen Keimen. Erst die aktivierte Form – das aMMP-8 – ist enzymatisch in der Lage, natives Typ-I- und Typ-III-Kollagen zu spalten, also genau jene Kollagenarten, die das Bindegewebe des Parodontalligaments und die organische Matrix des Alveolarknochens strukturell tragen. Ein Test, der nur die Gesamtmenge an MMP-8 misst, erfasst somit auch inaktives Material und liefert dadurch eine deutlich unschärfere Aussage als ein Test, der spezifisch die aktive Form nachweist.
Warum aMMP-8 im Körper eine Schlüsselrolle spielt
Im gesunden Parodont hält ein fein reguliertes Gleichgewicht zwischen MMPs und ihren körpereigenen Gegenspielern, den Gewebeinhibitoren der Metalloproteinasen (TIMPs), den physiologischen Kollagenumsatz in der Balance. Bei einer parodontalen Entzündung verschiebt sich dieses Gleichgewicht: Die anhaltende Immunantwort auf das subgingivale Biofilm führt zu einer massiven Rekrutierung neutrophiler Granulozyten in die gingivale Tasche, die dort ihr aMMP-8 freisetzen. Übersteigt die aMMP-8-Aktivität die puffernde Kapazität der TIMPs, kommt es zu einem irreversiblen, netto destruktiven Kollagenabbau im Parodontalligament und in der Knochenmatrix – dem histologischen Korrelat des klinischen Attachmentverlusts.
Damit ist aMMP-8 kein bloßer Entzündungsmarker wie etwa CRP oder IL-1β, sondern ein funktioneller Marker der Gewebedestruktion selbst. Es zeigt nicht nur an, dass eine Entzündung vorliegt, sondern dass diese Entzündung gerade strukturelle Schäden verursacht. Diese Eigenschaft macht aMMP-8 zu einem der am besten untersuchten Biomarker der parodontalen und peri-implantären Diagnostik und erklärt, warum internationale Arbeitsgruppen – allen voran um Timo Sorsa an der Universität Helsinki, der maßgeblich zur Etablierung des Markers beigetragen hat – seit über zwei Jahrzehnten dazu publizieren.
Die wissenschaftliche Evidenzlage
Zahlreiche klinische Studien und mehrere Metaanalysen haben gezeigt, dass aMMP-8-Konzentrationen in Sulkusfluid, peri-implantärem Sulkusfluid und Mundspülproben signifikant mit Sondierungstiefe, klinischem Attachmentverlust und radiologischem Knochenabbau korrelieren – und dabei zwischen aktiver und ruhender Erkrankung besser differenzieren als BOP allein. In vergleichenden Untersuchungen erreichen chairside-aMMP-8-Tests eine Sensitivität und Spezifität, die üblicherweise im hohen Bereich liegen und damit deutlich über der alleinigen visuell-taktilen Diagnostik. Besonders bemerkenswert: Erhöhte aMMP-8-Werte lassen sich häufig bereits nachweisen, bevor sich röntgenologisch sichtbarer Knochenabbau manifestiert, was dem Test ein gewisses Potenzial zur echten Frühdiagnostik verleiht.
Auch für die Periimplantitis-Diagnostik gibt es eine wachsende Evidenzbasis: Da periimplantäres Gewebe anders aufgebaut ist als natürliches Parodont und klassische Sondierungswerte um Implantate schwerer zu interpretieren sind, gewinnt ein biochemischer, vom Sondierungsdruck unabhängiger Marker hier zusätzlich an Bedeutung. Wichtig für die Einordnung in der Praxis bleibt, dass aMMP-8 ein Baustein im diagnostischen Gesamtbild ist – ein Ersatz für die klinische und röntgenologische Untersuchung ist es nicht, wohl aber eine wertvolle Ergänzung.

So läuft ein aMMP-8-Test in der Praxis konkret ab
Der praktische Charme des aMMP-8-Testings liegt in seiner Chairside-Tauglichkeit. Moderne Point-of-Care-Tests arbeiten immunchromatographisch, ähnlich dem Funktionsprinzip eines Schnelltests, und benötigen keine externe Laboranbindung. Der typische Workflow lässt sich in wenigen Schritten zusammenfassen:
- Probengewinnung: Gewinnung von Sulkusfluid an ausgewählten Zahn- oder Implantatstellen mittels Papierspitze, alternativ eine kurze Mundspülprobe zur globalen Einschätzung der Gesamtsituation.
- Probenaufbereitung: Überführung der Probe in einen Pufferbehälter, kurzes Durchmischen zur Freisetzung des Analyten.
- Testdurchführung: Auftragen der aufbereiteten Probe auf die Testkassette bzw. den Teststreifen.
- Ablesung: Visuelle oder gerätegestützte, semiquantitative bis quantitative Auswertung nach wenigen Minuten – deutlich schneller als jede Laboreinsendung.
- Dokumentation: Einordnung des Ergebnisses (in der Regel als Grenzwert-basiertes Positiv/Negativ oder als Konzentrationsband) im Befund und Abgleich mit den klinischen Parametern.
Der gesamte Prozess lässt sich ohne größere Umstellung des Praxisablaufs in eine PA-Voruntersuchung, eine unterstützende Parodontitistherapie (UPT) oder eine Recall-Sitzung integrieren und beansprucht in der Regel nur wenige Minuten zusätzlicher Stuhlzeit.
„aMMP-8 beantwortet nicht die Frage ‘Gab es hier einmal einen Schaden?’, sondern die klinisch relevantere Frage: ‘Baut sich hier gerade Gewebe ab?’“
Klinischer Nutzen: Wofür sich das Testen konkret lohnt
Früherkennung und Risikostratifizierung
Für Patientinnen und Patienten mit unauffälligem oder grenzwertigem klinischem Befund, aber bekannten Risikofaktoren – etwa Raucherstatus, Diabetes mellitus, Schwangerschaft, genetische Prädisposition oder familiäre Parodontitisbelastung – kann ein positiver aMMP-8-Befund den entscheidenden Hinweis liefern, engmaschiger zu kontrollieren oder frühzeitig präventiv zu intervenieren, bevor irreversibler Attachmentverlust entsteht.
Verlaufskontrolle und Therapieerfolg
Nach nichtchirurgischer oder chirurgischer Parodontaltherapie liefert die Sondierungstiefe allein oft ein verzögertes Bild, da sich Gewebe erst über Wochen bis Monate remodelliert. Ein Rückgang der aMMP-8-Aktivität kann demgegenüber vergleichsweise früh anzeigen, ob die Entzündung tatsächlich zur Ruhe gekommen ist – und ob eine Tasche als klinisch stabil eingestuft werden darf oder weiterhin engmaschig beobachtet werden sollte. Umgekehrt kann ein persistierend erhöhter Wert trotz äußerlich unauffälliger Gingiva auf eine subklinisch fortbestehende Aktivität hindeuten und Anlass für eine Anpassung des Recall-Intervalls oder der häuslichen Mundhygiene sein.
Periimplantäre Diagnostik
Gerade weil sich eine beginnende Periimplantitis klinisch häufig erst spät und uneindeutig zeigt, kann die regelmäßige aMMP-8-Bestimmung an Implantaten eine sinnvolle Ergänzung zur Sondierung und Röntgenkontrolle darstellen und helfen, therapeutische Entscheidungen – etwa der Wechsel von einer nichtchirurgischen zu einer chirurgischen Intervention – auf eine breitere diagnostische Grundlage zu stellen.
Patientenkommunikation und Compliance
Ein objektiver, sichtbarer Testwert lässt sich in der Patientenkommunikation oft überzeugender vermitteln als eine allein verbal erläuterte Sondierungstiefe. Viele Praxen berichten, dass ein konkretes Testergebnis die Motivation zur Mitarbeit bei der häuslichen Mundhygiene und zur Wahrnehmung von Recall-Terminen spürbar steigert, weil der Zusammenhang zwischen bakterieller Belastung, Entzündung und Gewebeabbau greifbarer wird.

Einordnung: Was aMMP-8-Testing leisten kann – und was nicht
So aussagekräftig der Marker ist, er ersetzt keine sorgfältige klinische und radiologische Befundung, sondern ergänzt sie um eine biochemische, objektivierbare Dimension. Ein positives Testergebnis sollte immer im Kontext der übrigen Befunde interpretiert werden, ebenso wie ein negatives Ergebnis eine engmaschige Kontrolle bei bestehenden Risikofaktoren nicht automatisch überflüssig macht. Wertvoll ist der Test insbesondere dort, wo klassische Parameter allein keine klare Entscheidung zulassen: bei grenzwertigen Sondierungstiefen, bei der Frage nach dem richtigen Recall-Intervall, bei der Beurteilung des Therapieerfolgs und in der periimplantären Nachsorge.
Fazit
aMMP-8 hat sich von einem primär in der Forschung genutzten Biomarker zu einem praxistauglichen, chairside verfügbaren Diagnostikum entwickelt, das eine genuine Lücke in der bisherigen Parodontal- und Periimplantitisdiagnostik schließt: die verlässliche Unterscheidung zwischen aktivem Gewebeabbau und stabiler, ausgeheilter Situation. Für Praxen, die ihre Diagnostik über Sondierungstiefe und Bluten auf Sondierung hinaus objektivieren möchten, bietet das aMMP-8-Testing einen niedrigschwelligen, zeitsparenden und wissenschaftlich gut abgesicherten Einstieg – mit direktem Nutzen für Früherkennung, Therapiesteuerung und nicht zuletzt die Patientenmotivation.
Dieser Beitrag dient der fachlichen Information und ersetzt keine individuelle klinische Bewertung. Testverfahren, Grenzwerte und Zulassungsstatus einzelner aMMP-8-Systeme können je nach Hersteller variieren – bitte die jeweilige Gebrauchsanweisung beachten.
Literatur und weiterführende Quellen
Deng K, et al. Diagnostic accuracy of salivary active matrix metalloproteinase-8 point-of-care test for detecting periodontitis: a systematic review and meta-analysis. Journal of Clinical Periodontology. DOI: 10.1111/jcpe.14000 (https://doi.org/10.1111/jcpe.14000).
Diagnostic accuracy of a point-of-care aMMP‑8 test for periodontitis. Journal of Clinical Periodontology. DOI: 10.1111/jcpe.14119 (https://doi.org/10.1111/jcpe.14119).
Sorsa T, et al. An aMMP‑8 point-of-care and questionnaire-based real-time diagnostic toolkit for medical practitioners. Diagnostics. 2021;11(4):711. Volltext (https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8071538/).
Active Matrix Metalloproteinase‑8 in Periodontal Diagnosis. Wissenschaftliche Übersichtsarbeit. Volltext über PubMed Central (https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12651826/).
Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag dient der fachlichen Information. Produktspezifische Durchführung, Grenzwerte und Kontraindikationen sind stets der jeweils gültigen Gebrauchsanweisung zu entnehmen. Die Befundinterpretation obliegt qualifiziertem Fachpersonal und erfolgt im Kontext der vollständigen Anamnese und Diagnostik.
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WAS IST DIE ABNEHMSPRITZE?
Die sogenannte „Abnehmspritze“ hat sich in den letzten Jahren als viel diskutiertes Instrument zur Gewichtsreduktion etabliert. Wirkstoff GLP-1- Rezeptoragonisten, insbesondere Semaglutid, haben sich in der modernen Diabetologie und Adipositastherapie etabliert. Neben ihrer bekannten systemischen Wirkung auf Blutzuckerregulation und Gewichtsreduktion zeigen sich auch klinisch relevante orale Auswirkungen, die sowohl aus pharmazeutischer als auch zahnmedizinischer Perspektive Beachtung verdienen.
Was ist GLP-1 überhaupt?
GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1) ist ein körpereigenesHormon, das im Dünndarm nach Nahrungsaufnahmefreigesetzt wird. Es gehört zu den sogenanntenInkretinen, die eine zentrale Rolle bei der Regulation desBlutzuckerspiegels spielen und somit war es für die Typ-2Diabetologie als erstes eingesetzt. “Aus Versehen” ist esdann in der Adipositas-Therapie erfolgreich zurAnwendung eingesetzt worden. Die sogenannte „Abnehmspritze“ hat sich in den letzten Jahren als viel diskutiertes Instrument zur Gewichtsreduktion etabliert. Wirkstoff GLP-1- Rezeptoragonisten, insbesondere Semaglutid, haben sich in der modernen Diabetologie und Adipositastherapie etabliert. Neben ihrer bekannten systemischen Wirkung auf Blutzuckerregulation und Gewichtsreduktion zeigen sich auch klinisch relevante orale Auswirkungen, die sowohl aus pharmazeutischer als auch zahnmedizinischer Perspektive Beachtung verdienen.
Tiefergehende Wirkmechanismen Pankreas
GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA)wie Semaglutid imitieren die Wirkungvon natürlichem GLP-1 – aber mitlängerer Halbwertszeit undverstärkter Wirkung. Ihre Effekteentfalten sich auf mehreren Ebenen:
Pankreas:Glukoseabhängige Insulinfreisetzung
In der Pankreas werden die Beta-Zellen aktiviert, welches resultiertin → mehr Insulin bei hohemBlutzuckerAuch hemmt es der Alpha-Zellen →welches wiederum in wenigerGlukagon resultiert→ wenigerGlukosefreisetzung aus der Leber.
Zentrales Nervensystem: Appetitkontrolle
GLP-1-R ezeptoren beeinflussen imHypothalamus dasSättigungszentrum. Das Resultat:Patienten haben wenigerHunger,haben ein längeresSättigungsgefühl und nehmendadurch automatisch wenigerKalorien zu sich.
WOAUF HAT DIE ABNEHMSPRITZE NOCH MEHR EINFLUSS?
Das GLP-1-Agonist hat auf mehr Prozesse im Körper Einfluss und zwar auf den Magen-Darm-Trakt:, es hat positive Kardiovaskuläre Effekte und, was noch untersucht wird, es kann auch als Neuroprotektion arbeiten . Wir gehen auf jede einzelne ein.
Im Magen-Darm-Trakt haben wir eine verzögerte Passage der Nahrung, wodurch ein längeres Sättigungsgefühl entsteht. Außerdem entsteht ein geringerer postprandialer Blutzuckeranstieg. Studien zeigen: GLP-1-RA können durch ihre mögliche Entzündungshemmung und Blutdrucksenkung das kardiovaskuläre Risiko senken . Es gibt Anzeichen, dass GLP-1- Agonisten positive Effekte haben können bei Alzheimer und anderen neurodegenerativen Erkrankungen durch Reduktion von Entzündungsprozessen im Gehirn.
Fett schmelzen lassen
Wir wissen jetzt wie die Abnehmspritze funktioniert, aber welche Namen gibt es alles auf dem Markt? Die Abnehmspritze ist nämlich kein einzelnes Medikament, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene GLP-1-Rezeptor-Agonisten und verwandte Substanzen.
| Handelsname | Wirkstoff | Anwendungshäufigkeit | Ursprünglicher Einsatz |
| Ozempic | Semaglutid | 1x wochentlich | Typ-2 Diabetes |
| Wiegovy | Semaglutid | 1x wochentlich | Adipositas |
| Saxenda | Liraglutid | 1x täglich | Adipositas |
| Mounjaro | Tirzepatid | 1x wochentlich | Diabetes & Adipositas |
| Zepbound | Tirzepatid | 1x wochentlich | (USA) Adipositas |

WIE NIMMT MAN DIESES MEDIKAMENT ZU SICH?
Die Medikamente sind in zwei Hauptformen erhältlich: Subkutane Injektion (Spritze) und die orale Einnahme (Tablette).
Die Spritze wird meist einmal wöchentlich im Bauch, Oberschenkel oder Oberarm injiziert. Die Dosierung erfolgt schrittweise um Nebenwirkungen zu minimieren. Zum Beispiel erster Monat 0,25mg, zweiter Monat 0,50mg usw. Beispiele von Spritzmedikamente sind Ozempic ® , Wegovy ® , Saxenda ® , Mounjaro ® . Die Tabletten sind auch unter dem Namen Rybelsus ® verfügbar und die Einname erfolgt nüchtern, mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück mit Wasser. Die Wirkung von der Tablette ist vergleichbar mit der Spritze, jedoch kann die Bioverfügbarkeit variieren.Das Medikament ist nur mit einem ärztlichen Rezept verfügbar und nicht freiverkäuflich. Vorher soll eine ärztliche Anamnese, Beratung und eine enge Begleitung erfolgen.
Einfluss auf Mundraum und Schleimhaut
Die Benutzung von GLP-1_Agonisten kann auch eine negativen Einfluss auf die Mundhöhle haben. Nebenwirkungen die schon mal vorgekommen sind, sind u.a. Xerostomie (Mundtrockenheit), Dysgeusie (veränderter Geschmackssinn), Übelkeit und Hypersalivation, Gingivahyperplasie, Karies, Gingivitis bis hin zu Parodontitis
Xerostomie
Auch bekannt als Mundtrockenheit, kann ein Nebenwirkung von der Wirkstoff GLP-1-Agonisten sein. Es ist wichtig Patienten die dieses Medikament benutzen aufzuklären über Mundtrockenheit und was die Folgen von Mundtrockenheit sein können. Verminderte Speichelsekretion kann die orale Flora stören und die Kariesanfälligkeit erhöhen.
Dysgeusie
Dysgeusie ist auch bekannt als veränderter Geschmackssinn. Dies tritt vor allem während der Eindosierungsphase auf, da der Körper sich neu einstellen muss. In den meisten Fälle legt sich das auch wieder, Geduld ist da allerdings gefragt.
Übelkeit & Hypersalivation
Während die Dosierungsaufbau kann es zu Übelkeit und Hypersalivation führen. Wichtig ist es, diesen Symptomen mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Vielleicht kann eine langsamere Dosierungsaufbau helfen, um den Symptomen zu lindern.

Ab welchem BMI kann es benutzt werden?
Die Anwendung von Abnehmspritzen wie Semaglutid (Ozempic®, Wegovy®), Liraglutid (Saxenda®) oder Tirzepatid (Mounjaro®) ist an bestimmte medizinische Voraussetzungen geknüpft – insbesondere den Body-Mass-Index (BMI). Die wichtigsten Richtwerte sind ein BMI ab 30, was die Standardgrenze für die medizinische Indikation bei Adipositas Grad I ist. Bei ein BMI ab 27 ist es auch möglich, wenn Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Fettstoffwechsel-störungen vorliegen.
Äußere Veränderungen
Natürlich ändert sich das äußere Erscheinungsbild im Lauf der Behandlungszeit – das ist sicher eines der Ziele beim Abnehmen. Bei der Abnehmspritze sind sind u.a. eingefallene Wangen ein bekanntes Effekt.: Durch den raschen Fettverlust verliert das Gesicht Volumen. Auch kann schlaffe Haut vorkommen: Die Haut kann sich nicht schnell genug zurückbilden, was zu Faltenbildung führt. Auch ein gealtertes Erscheinungsbild kommt vor. Betroffene wirken optisch älter, da die Hautstruktur leidet. Das alles wird auch als “Ozempic Face” bezeichnet,
Auch “Ozempic Body” ist ein bekanntes Phänomen. Hautüberschuss: besonders an Bauch wird oft in der Literatur erwähnt, an Oberarmen und Oberschenkeln kann überschüssige Haut entstehen. Das Bindegewebe wird schwächer, was zu einem „hängenden“ Erscheinungsbild führen kann. Bei unzureichender Eiweißzufuhr und fehlendem Krafttraining kann Muskelmasse verloren gehen. Wichtig ist also sowohl vorher als auch während der Behandlung Krafttraining und eine ausgewogene Ernährung mit extra Eiweiß zu sich zu nehmen und eventuell mit Nahrungsergänzungsmittel zu supplementieren. Das kann auch in der Praxis erfolgen, wenn eine fundierte Ausbildung in diesem Bereich vorliegt.

Was ist jetzt das Fazit?
Die Abnehmspritze ist nicht für alle Menschen eine Option. Wichtig ist, bevor man zu eine Abnehmspritze entscheidet, sich beraten lassen von einem Arzt oder Ärztin. Für den Umgang mit Patienten die der Abnehmspritze nehmen, kann es zu orale Nebenwirkungen kommen. Sobald in der zahnärztliche Anamnese hochkommt, dass der Patient das Medikament einnimmt, sollen die zahnärtzlichen Professionals einen besonderen Blick auf die Nebenwirkungen wie u.a. Mundtrockenheit, Geschmacksveränderungen und gegebenenfalls Mundschleimhautveränderungen und Gingivitis. haben. Frag auch ruhig extra nach, ob Patienten dieses Medikament zu sich nehmen. Es kann schon genommen werden ab ein BMI von 27. Wichtig ist auch, sensibel nachzufragen, weil viele das nicht “verraten” und Geheim halten , weil es ein Tabuthema ist.
#esterdeutsch
Die Abnehmspritze, ist nur scheiße?
2025-Blog-Abnehmspritze-by-Ester