Hast du gewusst, dass das, was du isst, direkt Einfluss auf dein Zahnfleisch hat? Klingt erstmal ungewohnt – aber die Wissenschaft ist da ziemlich eindeutig. In diesem Artikel erklären wir dir, was Parodontitis wirklich ist, warum Entzündungen im Mund so oft mit unserer Ernährung zusammenhängen, und was du ganz konkret auf dem Teller tun kannst.
Was ist Parodontitis – und warum ist sie so ein großes Thema?
Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparats – also des Gewebes, das deine Zähne im Kiefer hält. In Deutschland ist sie weit verbreitet: Rund 50 Prozent der Erwachsenen sind betroffen – und dass, obwohl 95 Prozent der Menschen regelmäßig Zähne putzen. Das zeigt: Zähneputzen allein reicht nicht aus. Es muss etwas geben, das tiefer ansetzt.
Parodontitis entsteht durch Bakterien im Zahnbelag. Aber ob und wie stark sich eine Entzündung entwickelt, hängt von weit mehr ab als nur davon, wie gut du putzt. Ernährung hat sowohl einen lokalen Einfluss auf das orale Mikrobiom als auch systemisch über gesamtkörperliche Wege – und genau das macht sie zu einem so wichtigen Faktor.
Die Forschung dahinter: Was sagt die Wissenschaft?
Einer der führenden Köpfe auf diesem Gebiet ist Prof. Dr. Johan Wölber, Professor für Parodontologie am Universitätsklinikum Dresden. Er hat sich intensiv damit beschäftigt, wie Ernährung Zahnfleischerkrankungen beeinflusst – und kommt zu einer überraschenden Erkenntnis: Die Entfernung von Zahnbelag durch Zähneputzen bekämpft nicht die eigentliche Ursache von Parodontitis. Diese liegt tiefer – nämlich in unserer Ernährung.
In seinem Buch Die Ernährungs-Zahnbürste (gemeinsam mit Prof. Dr. Christian Tennert) beschreibt Wölber, wie Zucker, entzündungsfördernde Fette und tierische Proteine den gesamten Organismus aus dem Gleichgewicht bringen – und damit auch das Zahnfleisch angreifen. Sein zweites Buch, das Kochbuch Al Dente – Das Kochbuch der Ernährungszahnmedizin (2025), zeigt ganz praktisch, wie eine zahngesunde Ernährung im Alltag aussehen kann – mit alltagstauglichen Rezepten, die Lust auf Veränderung machen.
In einer Pilotstudie konnte sein Team an der Uniklinik Freiburg zeigen: Probanden, die sich vier Wochen nach einer antientzündlichen Ernährungsempfehlung ernährten, reduzierten ihre parodontale Entzündung um etwa 50 Prozent – obwohl sich die Plaquewerte nicht signifikant veränderten. (Woelber et al., 2016)
Mit anderen Worten: Weniger Entzündung, obwohl nicht mehr geputzt wurde. Das ist ein starkes Signal. Eine weitere Analyse von fast 7.000 Patienten ergab zudem, dass Menschen mit einer antientzündlichen Ernährung im Schnitt fast einen Zahn weniger verloren, hatten als Patienten mit einer eher entzündungsfördernden Ernährung. (Kotsakis et al., 2017)
Was entzündet – und was schützt?
Das macht Probleme:
Zucker und verarbeitete Kohlenhydrate – also Weißbrot, Softdrinks, Süßigkeiten und Fertigprodukte – fördern Entzündungen im ganzen Körper. Prof. Wölber betont, dass Zucker ein geteilter Risikofaktor ist: Er begünstigt nicht nur Parodontitis, sondern auch Karies, Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch Omega-6-reiche Fette aus stark verarbeitetem Fleisch oder Pflanzenölen wie Sonnenblumenöl können entzündungsfördernd wirken.
Das hilft deinem Zahnfleisch:
Eine überwiegend pflanzliche, niederglykämische Ernährung, reich an Mikronährstoffen, Ballaststoffen, Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren, wirkt nachweislich entzündungshemmend. Konkret heißt das:
- Omega-3-Fettsäuren aus fettem Fisch (Lachs, Hering, Makrele), Leinsamen oder Walnuss – sie helfen dem Körper, Entzündungen aktiv aufzulösen.
- Vitamin C aus frischem Obst und Gemüse – wichtig für das Bindegewebe und als Antioxidans. Studien zeigen: Vitamin C im natürlichen Wirkverbund (aus echten Lebensmitteln, nicht aus Ergänzungsmitteln) senkt parodontale Entzündungen.
- Vitamin D – es wirkt immunmodulierend, und ein Mangel gilt als Risikofaktor für Parodontitis.
- Ballaststoffe aus Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkorn und Nüssen – sie ernähren eine gesunde Darmflora und wirken systemisch antientzündlich.
- Polyphenole und sekundäre Pflanzenstoffe – zum Beispiel aus Beeren, grünem Tee oder buntem Gemüse.
Was kannst du heute schon ändern?
Du musst nicht von heute auf morgen alles umstellen. Kleine, konsequente Schritte machen den Unterschied:
- Ersetze Weißbrot und Weißen Reis durch Vollkornvarianten.
- Iss zwei- bis dreimal pro Woche fetten Fisch.
- Greif öfter zu frischem Gemüse und saisonalem Obst.
- Reduziere Softdrinks und Süßigkeiten – Zucker wie ein Gewürz verwenden, nicht wie eine Zutat.
- Ergänze Vitamin D, wenn du selten in der Sonne bist (Rücksprache mit der Zahnarztpraxis oder der Arztpraxis empfehlenswert).
Fazit: Dein Teller ist Teil deiner Mundhygiene
Mundhygiene endet nicht mit dem Zähneputzen. Was du isst, beeinflusst direkt, wie dein Immunsystem auf Bakterien im Mund reagiert. Evidenzbasierte Ernährungsinterventionen können sowohl präventiv als auch therapeutisch begleitend im Rahmen einer parodontalen Therapie eingesetzt werden – das zeigt die aktuelle Forschung klar.
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Warum kriegen wir manche Patienten in der Prophylaxe und PAR einfach nicht in den Griff – obwohl die Mundhygiene stimmt und die Behandlung gut war?
Die Antwort könnte in etwas liegen, das die meisten gar nicht auf dem Schirm haben: Vitamin D.
In diesem kompakten Seminar der TRI:MED Akademie lernst du, wie Ernährung – und besonders Vitamin D3 – direkte Auswirkungen auf den Behandlungserfolg deiner Patienten hat. Von der Grundlage bis zur praktischen Anwendung in der Praxis.
Du erfährst:
- Warum Vitamin D eigentlich ein Hormon ist – und warum das wichtig ist
- Warum für die Zahnmedizin ganz andere Werte gelten als in der Humanmedizin
- Wie du den Vitamin-D-Status deiner Patienten einfach testen kannst – direkt in der Praxis
- Wie du individuell und kompetent beraten kannst – mit Anamnese, Ernährungsprotokoll und Follow-up
Kinder Prophylaxe ist wichtig
Kinder und Eltern, die in Kinderprophylaxeprogrammen mitmachen habe mehr Bewusstsein für deren Mundgesundheit und den Folgen einer schlechten Mundgesundheit.Also wir haben jetzt schon mal festgestellt, dass die Kinderprophylaxeprogramme in der Praxis für die Kinder sehr positiv sind, weil dadurch die Chance auf Karies verringert wird. Das ist schon mal gut. Aber wie sieht das aus für die Praxis? Was für Vorteile hat so ein Kinderprophylaxeprogramm für die Praxis und deren Mitarbeiter?
Infektionskrankheit Karies
Weltweit leiden schätzungsweise 2,4 Milliarden Menschen an Karies der bleibenden Zähne und 486 Millionen Kinder leiden an Karies der Milchzähne.
In eine Studie von Fraihat et al. wird ausführlich besprochen was für Vorteile die Kinderprophylaxe für die Praxis und die Kinder haben kann.
Compliance
Die Compliance (Adhärenz) von Kindern und später den Erwachsenen wird erhöht. Sie verstehen besser, warum die häusliche mechanische Reinigung wichtig ist, aber auch die regelmäßige professionelle mechanische Reinigung in der Praxis. Auch sind diese Patienten besser aufgeklärt, welche Einflüsse Nahrung auf die Mundgesundheit haben kann. Diese Patientengruppe ist generell besser aufgeklärt und dadurch wird auch die Einhaltung von Terminen oder auch bei der Notwendigkeit von ZE, die Wichtigkeit von besseren Materialien deutlich besser verstanden und dadurch eher die aufwendigeren, teureren Arbeiten gewählt.
„DER DMFT/DMFT VERBESSERT SICH„
Verbesserung DMFT/dmft
Wir besprechen hier mal ein paar dieser Vorteile:
Es ist durch Langzeitstudien bewiesen worden, dass der DMFT/dmft sich verbessert, wenn wir mehr Zeit und Aufmerksamkeit für die Kinderprophylaxe investieren
Mundgesundheitsbewusstsein
Ein anderer Faktor ist, dass Erwachsene, die schon früh mit der Prophylaxe in Berührung gekommen sind, ein besseres Mundgesundheitsbewusstsein entwickelt haben und dieses in deren erwachsen Leben noch mitführen.
Chance auf Karies
Die Chance auf Karies und oder Gingivitis im erwachsenen Alter ist geringer bei denjenigen, die eine regelmäßige Kinderprophylaxe erlebt haben als bei Erwachsenen, die keine regelmäßige Kinderprophylaxe in deren Kindheit und Jugend mitgemacht haben.
Nur Vorteile für Kinder?
Kinder und Eltern, die in Kinderprophylaxeprogrammen mitmachen habe mehr Bewusstsein für deren Mundgesundheit und den Folgen einer schlechten Mundgesundheit.Also wir haben jetzt schon mal festgestellt, dass die Kinderprophylaxeprogramme in der Praxis für die Kinder sehr positiv sind, weil dadurch die Chance auf Karies verringert wird. Das ist schon mal gut. Aber wie sieht das aus für die Praxis? Was für Vorteile hat so ein Kinderprophylaxeprogramm für die Praxis und deren Mitarbeiter?
Compliance
Die Compliance (Adhärenz) von Kindern und später den Erwachsenen wird erhöht. Sie verstehen besser, warum die häusliche mechanische Reinigung wichtig ist, aber auch die regelmäßige professionelle mechanische Reinigung in der Praxis. Auch sind diese Patienten besser aufgeklärt, welche Einflüsse Nahrung auf die Mundgesundheit haben kann. Diese Patientengruppe ist generell besser aufgeklärt und dadurch wird auch die Einhaltung von Terminen oder auch bei der Notwendigkeit von ZE, die Wichtigkeit von besseren Materialien deutlich besser verstanden und dadurch eher die aufwendigeren, teureren Arbeiten gewählt.

Finanzielle Aspekt
Ein weiterer Vorteil von einem erfolgreichen Kinderprophylaxeprogramm ist, die direkten Einnahmen für die Praxis. Die IP-Leistungen sind nicht im Budget erhalten und dementsprechend auch nicht gedeckelt. DIe Leistungen IP1-5 müssen natürlich so dokumentiert werden, dass immer nachzuvollziehen ist, was an diesem Termin passiert ist und es auch tatsächlich stattgefunden hat.
IP 1 & 2: Bei der IP1 wird die Mundhygienestatus, der Plaque und Blutungsindex aufgenommen und dokumentiert. Bei der IP2 wird anhand des Ergebnisses von der IP1, der Patient über deren Mundgesundheit aufgeklärt. In dieser Aufklärung sollen innerhalb von 3 Jahren diese 3 Punkte vermittelt werden:
Punkt 1. Karies- und Gingivitisentstehung
Punkt 2. gesunde Ernährung und deren Einfluss auf Zähne und Körper
Punkt 3 ist die Mundhygieneinstruktion
IP 4: Die IP4 Leistung enthält die lokale Fluoridierung mit Lack, Gel o. ä. einschließlich der Beseitigung von weichen Zahnbelägen und der Trockenlegung der Zähne. Denn Fluorid kann nicht durch Plaque arbeiten.
IP 5: Bei der IP5 wird die kariesfreie Fissurenversiegelung angestrebt, natürlich nach der gründlichen Reinigung, zum Beispiel mit Pulverwasserstrahlgeräten oder einer Politur mit entsprechenden Materialien.
All diese Maßnahmen sind, wenn sie korrekt geplant und ausgeführt werden, ein wichtiger Bestandteil zur Mundgesundheit der Kinder und später der Erwachsenen und ganz nebenbei eine gute, sichere und solide Einnahmequelle für die Praxen.
#Esterdeutsch
Fraihat N, Madae’en S, Bencze Z, Herczeg A, Varga O. Clinical Effectiveness and Cost- Effectiveness of Oral-Health Promotion in Dental Caries Prevention among Children: Systematic Review and Meta- Analysis. Int J Environ Res Public Health. 2019 Jul 25;16(15):2668. doi: 10.3390/ijerph16152668. PMID: PMCID: PMC6696287
